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Place
Veranstaltungen Essen
Date
10. September 2026, 9:30 – 16:00

#AgoraStadtgespräch 2026

Die Stadt als Ort der Verkehrswende: die nächste Dekade

Aufnahme dieser Veranstaltung

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Über diese Veranstaltung

In der zehnten Ausgabe unserer Konferenz zur Stadt als Ort der Verkehrswende blickten wir auf die Herausforderungen und Chancen der nächsten Dekade. Zu Gast waren wir dieses Mal in Essen. Deshalb haben die Erfahrungen aus Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen eine wichtige Rolle gespielt. Hinzu kamen Schlaglichter aus anderen Ländern und Regionen, zum Beispiel aus China und den Niederlanden. 

In Impulsvorträgen, Podiumsdiskussionen und Werkstattgesprächen werden wir diese Themen aus kommunaler, planerischer und internationaler Perspektive beleuchten. Im Mittelpunkt standen drängende Themen wie: 

  • Erneuerung und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sowie der Ver- und Entsorgungsnetze,
  • Schutz vor Hitze, Starkregen und Luftverschmutzung, 
  • Automatisierung und Cybersecurity im Verkehr,
  • Digitalisierung der Verwaltungen,
  • Finanzierung des ÖPNV und der Kommunen. 

Die Präsentationen der Redner:innen finden Sie zum Download als PDF-Datei ganz unten auf dieser Seite.


Keynotes und Podiumsdiskussion:
  • Frauke Burgdorff, Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Mobilität der Stadt Aachen, zum Wandel auf und unter der Straße
  • Liu Daizong, Ostasien-Direktor des weltweit agierenden Thinktanks Institute for Transportation and Development Policy
  • Dr. Klaus Kordowski, Projektmanager, Stiftung Mercator
  • Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen und Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung
  • Dr. Carmen Krämer, Bürgermeisterin der Stadt Monschau und Mitglied im Netzwerk Junge Bürgermeister:innen
  • Alke Elisabeth Voß, Stadträtin für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität, Landeshauptstadt Kiel, und Mitglied im Agora Städtenetzwerk
Werkstattgespräche

Automatisierung im Personen- und Güterverkehr

  • Mario Gerwin, Team Autonomes Fahren, DB Regio AG
  • Urda Eichhorst, Clusterleitung “Grüne Transformation”, GIZ Beijing
  • Oliver Sagner, Bochum Wirtschaft

Digitalisierung und Verwaltungsvereinfachung

  • Marlene Damerau, Bereichsleiterin Smart City, Stadt Gelsenkirchen, zum Einsatz von KI in Stadt- und Verkehrsplanung
  • Dr. Christian Förster, Referatsleiter, Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, zum Einsatz von Scan-Fahrzeugen in der Parkraumkontrolle
  • Christian Wieschebrink, Referent Verkehr und Industrie 4.0, BSI, Bonn zu Cyber-Security im Verkehr

Klimaanpassung und Gesundheit

  • Florian Lipowski, stv. Teamleiter emissionsfreie Mobilität, Stadt Amsterdam
  • Heike Möller, Amtsleiterin Stadtplanung und Wohnen, Stadt Bochum

ÖPNV-Finanzierung

  • Jörn Meier-Berberich, Managementberater bei dmo
  • Timo Schaudt, Abteilungsleitung Kommunale Steuern, Stadt Karlsruhe

Begrüßung: Dr. Klaus Kordowski und Christian Hochfeld

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Keynote: Daizong Liu

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Nach einem Grußwort von Dr. Klaus Kordowski von der Stiftung Mercator hielt Daizong Liu, Ostasien-Direktor des Thinktanks Institute for Transportation and Development Policy, eine Keynote über die rasante Entwicklung zum nachhaltigen Verkehr in Chinas Großstädten. China hat es geschafft, dass heute beinahe zu 100 Prozent E-Busse in den Städten fahren und in den letzten Jahren hunderte von Kilometern an neuen Metrolinien und Radwegen gebaut wurden.

Keynote: Frauke Burgdorff

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Den zweiten Impulsvortrag hielt Frauke Burgdorff, Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bau und Mobilität der Stadt Aachen. "Zügig, zäh und zusammen" - so hat es laut Burgdorff die mittelgroße Stadt geschafft, den Anteil des Umweltverbunds an den täglich zurückgelegten Wegen auf heute 60 Prozent zu erhöhen. Auch beim ÖV-Ausbau „im Schulterschluss“ mit der Region sowie bei der Erneuerung von Leitungen und der Verkehrsinfrastruktur sieht sie Aachen auf einem guten Weg.

 

Werkstattgespräch Digitalisierung: Dr. Christian Förster

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In dieser Werkstatt ging Dr. Christian Förster, Referatsleiter Klimaschutz im Verkehr des Verkehrsministeriums in Baden-Württemberg, auf die im Land (und mittlerweile deutschlandweit) eingeführte digitale Parkraumkontrolle ein. Der Einsatz von Scancars macht den Verkehr sicherer und Verwaltungshandeln effizienter; sie leisten einen Beitrag zur Emissionsreduktion und helfen den Kommunen im Land bei der Digitalisierung. 

Werkstattgespräch Digitalisierung: Marlene Damerau

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Marlene Damerau, Bereichsleiterin Smart City von Gelsenkirchen, machte deutlich, dass Städte Echtzeit-Daten benötigen, um KI in der Stadt- und Verkehrsplanung erfolgreich einzusetzen zu können. Gelsenkirchen hat aus diesem Grund eine digitale Plattform für Klima- und Verkehrsdaten aufgebaut. Inzwischen arbeitet die Stadt gemeinsam mit weiteren Kommunen wie Bochum, Bonn, Dortmund und Essen an einer interkommunalen Datenplattform. Ziel ist, die Vernetzung auch bundesweit zu ermöglichen. 

Werkstattgespräch Digitalisierung: Christian Wieschebrink

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Christian Wieschebrink, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI), gab einen Input zur Arbeit seiner Behörde in Bezug auf die Cybersicherheit im Straßenverkehr. Die öffentliche Ladeinfrastruktur zeige eine mittlere bis hohe Gefährdungslage auf. Auch die digitale Vernetzung unterschiedlicher Fahrzeuge untereinander sowie zwischen Fahrzeugen und Herstellern sei anfällig für Eingriffe von außen. Er legte dar, wie die EU über den Cyber Resilience Act die Sicherheit erhöhen möchte und welche Rolle das BSI dabei spielt. 

Essens Oberbürgermeister: Bürgerinnen und Bürger besser mitnehmen

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In seiner Keynote am Nachmittag benannte Thomas Kufen, Oberbürgermeister von Essen und Mitglied im Rat für nachhaltige Entwicklung, das Ruhrgebiet als „ein gutes Beispiel für sowohl eine gelungene als auch eine gescheiterte Mobilitätswende“. Verkehrspolitik habe gerade auf kommunaler Ebene mit vielen Zielkonflikten zu kämpfen. Wichtig sei, die Menschen in den Städten mitzunehmen. In den letzten Jahren hätte man aber - wie die Ergebnisse der Wahl in Sachsen-Anhalt zeigten - Bürgerinnen und Bürger emotional eher verloren. Man müsse verstärkt für die eigene Verkehrspolitik werben und glaubwürdige Angebote des Umweltverbunds schaffen. 

Gespräch zum Stadtverkehr in zehn Jahren

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Im Abschlusspanel diskutierten Dr. Carmen Krämer, Bürgermeisterin von Monschau nahe der belgischen Grenze, und Alke Elisabeth Voß, Dezernentin in Kiel, mit Dr. Wiebke Zimmer von Agora Verkehrswende, wie ein nachhaltiges Verkehrssystem im Jahr 2036 aussehen könnte. Kiel will bis dahin eine neue Stadtbahn errichtet haben. Ein weiteres Ziel sind autonome Fähren, weitere autonome Fahrzeuge im Stadtverkehr und mehr Stadtgrün. In Monschau erschwert die nahe Grenze zu Belgien die Verkehrswende aufgrund komplizierter Zuständigkeiten. Die Bürgermeisterin von Monschau hat aber die Vision, dass die Stadt eine Schwebebahn haben wird, die in der hügeligen Region autonom zuverlässige Verbindungen schafft. 

Werkstattgespräch Autonomes Fahren im Personen- und Güterverkehr

In diesem Workshop zeigte Mario Gerwin, Team Autonomes Fahren der DB Regio, hohe Investitionskosten für die Anschaffung der Fahrzeuge im ÖPNV auf. Allerdings könnten autonome Fahrzeuge gerade im ländlichen Raum Versorgungslücken schließen und zu einer garantierten Mobilität beitragen.

Urda Eichhorst von der GIZ in Peking ging auf die Einführung von inzwischen mehr als 47.000 autonomen Lieferfahrzeugen in 300 Städten Chinas ein. China verfolgte dabei einen für Europa ungewöhnlichen Ansatz: Zuerst kommen Fahrzeuge in Pilotprojekten auf die Straße, dann wird skaliert und erst dann folgt die Regulierung auf nationaler Ebene.

Oliver Sagner von der Bochum Wirtschaftsentwicklung stellte dar, wie das zentrale Ruhrgebiet zur führenden Modellregion für autonome Mobilität werden will. Über eine verbindliche und gesteuerte Zusammenarbeit in der Region soll der autonome Lieferverkehr und der autonome ÖPNV zunächst über Pilotprojekte zum zukunftsfähigen Geschäftsmodell werden.

Werkstattgespräch Klima-Anpassung und Gesundheit

Heike Möller, Amtsleiterin für Stadtplanung und Wohnen der Stadt Bochum stellte sich ihrem Vortrag vor, wie die über Jahrzehnte gewachsene autogerechte Stadt nun Schritt für Schritt klimagerecht umgebaut wird. Bochum sieht im Ausbau des Umweltverbunds, in der Begrünung der Stadt sowie in der Umsetzung der Schwammstadt die zentralen städtebaulichen Aufgaben des 21. Jahrhunderts. Ob Radschnellwege, Baumrigolen oder Regenrückhaltebecken – in den letzten zehn Jahren wurde viel erreicht, und das vor allem durch eine interdisziplinäre Vision und Struktur sowie Experimentierfreude in der Verwaltung.

Florian Lipowski, stellvertretender Teamleiter für emissionsfreie Stadtlogistik in Amsterdam zeichnete nach, wie die niederländische Hauptstadt ihr Stadtzentrum seit 2025 zu einer Null-Emissions-Zone für den Güterverkehr gemacht hat. Voraussetzung dafür war die Vision der Stadt, bis zum Jahr 2030 einen komplett emissionsfreien Verkehr zu haben. Darauf basierend entschloss man sich im Rahmen eines Clean Air Action Plans, aufgrund der hohen Hebelwirkung den Logistiksektor als erstes anzugehen. Inzwischen sind mehr als 30 Kommunen in den Niederlanden diesem Beispiel gefolgt.

Werkstattgespräch ÖPNV-Finanzierung

Jörn Meier-Berberich, Partner bei den dmo digital mobilities consultants in Hamburg und Timo Schaudt, Abteilungsleiter Kommunale Steuern der Stadtkämmerei Karlsruhe, diskutierten über zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten für den ÖPNV-Betrieb. Meier-Berberich organisiert hierfür in Nordrhein-Westfhalen eine Städte-Initiative. Diese machte die kritische Finanzlage der kommunalen Nahverkehrsunternehmen gegenüber den politischen Entscheidungsträgern deutlich und warb für eine zusätzliche verlässliche Finanzierungssäule. Ein weiteres Modell stellte Timo Schaudt aus Karlsruhe vor. Baden-Württemberg hat beschlossen, dass Kommunen zweckgebundene Gebühren für den Nahverkehr abrufen können. Karlsruhe will nun als Modellstadt erarbeiten, wie eine solche Gebühr erhoben werden könnte und wie die Einführung konstruktiv mit Bürger:innen und Unternehmen gelingen kann. 

Veranstaltungsdetails

#AgoraStadtgespräch 2026

Stiftung Mercator
Huyssenallee 40
45128 Essen
Germany

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