Städte als Orte der Verkehrswende

Wie gelingt das Zusammenspiel zwischen Bund und Kommunen?

  • Ort: Berlin
  • 04.07.2017, 13:00 - 17:00

Innerhalb der größten deutschen Städte nimmt der Anteil der Wege zu, die mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie per Carsharing zurückgelegt werden. Diese Entwicklung in den Kommunen ist ein erster Schritt für die Transformation der urbanen Mobilität und unverzichtbar für das Erreichen nationaler Zielstellungen im Klimaschutz.
Gleichwohl merken Städte in der Praxis sehr rasch, dass dieser Wandel nicht nur von ihnen beeinflusst wird.

Gerade auf Bundesebene definiert die Politik oftmals widersprüchliche Rahmenbedingungen und Handlungsspielräume, die beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs und Radverkehrs, dem Ermöglichen von Innovation bei Mobilitätsdiensten oder bei Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität zum Tragen kommen.

Die Rednerinnen und Redner der Konferenz konnten zu diesen Fragen wertvolle Impulse aus dem Ausland einbringen:


Städte sind Vorreiter der Verkehrswende – in Deutschland wie international. Angesichts der rasanten Veränderungen und Herausforderungen in Bereichen wie dem Klimaschutz oder der Digitalisierung setzen weltweit Städte verstärkt auf gemeinsam entwickelte Handlungsstrategien. Dies ist unerlässlich, um mit vereinter Stimmte gegenüber anderen Akteuren auftreten zu können - beispielsweise solchen auf der nationalen Ebene oder gegenüber expansiven Anbietern von Mobilitätsdiensten.
Mehr dazu im Vortrag von Holger Dalkmann


Für effektiven Klimaschutz braucht es eine Kohärenz zwischen urbaner Mobilitätspolitik und nationalstaatlichen Klimazielen. Im Vergleich mit anderen Staaten finden sich erste Ansätze, wie beispielsweise die französische Rahmengesetzgebung für Verkehrsentwicklungspläne. Dort gelingt es, Klimaschutzziele verbindlich in die lokale Planung zu integrieren.
Mehr dazu im Vortrag von Susanne Böhler-Baedecker


Interessant ist auch das Beispiel Helsinki, wo eine ambitionierte Strategie der Priorisierung von ÖPNV, Rad- und Fußverkehr verfolgt wird. Dabei setzt die Stadt auf Infrastruktur wie auf digitale Services gleichermaßen. Deswegen werden Hauptverkehrsachsen zu städtischen Boulevards umgebaut, während ein innovativer rechtlicher Rahmen für integrierte Mobilitätslösungen im Sinne von „Mobility as a Service“ entwickelt wird. 
Mehr dazu im Vortrag von Sami Sahala


In seinem anschließenden Kommentar forderte Prof. Dr. Klaus J. Beckmann eine nationale Mobilitätspolitik für Deutschland, die bewusst eine städtische Perspektive einnimmt. Die anschließende Diskussion hatte zum Ergebnis, dass in Deutschland rasch neue Strukturen der Zusammenarbeit zwischen Bund und Kommunen erprobt werden sollten. Innovative Städte sind auf einen Handlungsrahmen angewiesen, der aktive Gestaltung und Veränderung im Verkehrsbereich ermöglicht. Umgekehrt müssen aber auch die Akteure vor Ort eine stärkere Begeisterung und Überzeugung für eine zukunftsfähige Mobilität erzeugen.

Die gezeigten Präsentationen finden Sie weiter unten im Downloadbereich auf dieser Seite. Den zweiteiligen Videomitschnitt der Veranstaltung können Sie über diese Links aufrufen:


Veranstaltungsdetails

Städte als Orte der Verkehrswende

Wie gelingt das Zusammenspiel zwischen Bund und Kommunen?

04.07.2017 | 13:00 - 17:00

Kalkscheune
Johannisstraße 2
10117 Berlin

Alle Inhalte

  • Video

    Städte als Orte der Verkehrswende – Teil 2

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  • Video

    Städte als Orte der Verkehrswende – Teil 1

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