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Dieser Inhalt ist auch verfügbar auf: Englisch

Format
Webinar
Date
1. Juli 2026, 16:30 – 18:30

10 Jahre Verkehrswende: Route neu berechnen? (Folge 3)

Diskussion: Zukunft des Automobilstandorts Europa (auf Englisch)

Aufnahme dieser Veranstaltung

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Über diese Veranstaltung

In der dritten Folge unserer Diskussionsreihe anlässlich des zehnjährigen Jubiläums von Agora Verkehrswende lag der Schwerpunkt auf der Zukunft des Automobilstandorts Europa. 

Unsere Gäste waren:

  • Dr. Thomas Steg, Generalbevollmächtigter der Volkswagen AG und Leiter Außenbeziehungen,
  • Achim Steiner, Vorsitzender des Rats von Agora Verkehrswende, Senior Fellow an der Oxford Martin School, ehemaliger Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen,
  • Kurt Vandenberghe, Direktor der EU-Generaldirektion für Klimapolitik.

Moderation: Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende

Aus der Diskussion:

Kurt Vandenberghe erklärte, dass es viele Gründe für die Schwierigkeiten der Automobilindustrie in Europa gebe: erstens hohe Energiepreise aufgrund der Abhängigkeit Europas von Öl- und Gasimporten; zweitens einen radikal veränderten Weltmarkt mit starker Konkurrenz aus China; und drittens einen Mangel an Investitionen. „Die Klimapolitik ist dabei nicht das Problem“, sagte er. Im Gegenteil: „Ich lade alle ein, die Dekarbonisierung als Agenda für wirtschaftliche Modernisierung zu betrachten.“ Im Straßenverkehr bedeute dies Elektrifizierung, CO₂-Flottennormen, die Vorhersehbarkeit garantieren, und einen Aktionsplan für die Automobilindustrie, der die Wettbewerbsfähigkeit sicherstellt.

Dr. Thomas Steg unterstrich das Engagement von Volkswagen für die Elektrifizierung. Europa habe einen Punkt erreicht, an dem „der Weg zur Elektromobilität unumkehrbar ist“, sagte er. Es gebe eine enorme Marktakzeptanz und die Kunden seien bereit, Elektroautos zu kaufen, insbesondere im Kleinwagensegment. Er machte jedoch auch deutlich, dass Volkswagen die CO₂-Flottenstandards für 2035 kritisch sehe. Es sei entscheidend, „einen flexiblen und pragmatischen Weg zu finden, um das langfristige Ziel zu erreichen. Und für uns stellt sich nicht die Frage, ob wir es bis 2035 schaffen. Vielleicht brauchen wir noch ein paar Jahre mehr […]. Das hängt von der Entwicklung auf den Märkten ab.“ 

Achim Steiner konzentrierte sich auf die Frage, wie die Kosten der Transformation zur Klimaneutralität verteilt werden. Länder, die schneller vorankommen, wie beispielsweise China, erkennen die Chance und planen entsprechend, argumentierte er. Europa hingegen wälze die Kosten auf die Verbraucher ab, anstatt sie über das öffentliche System zu finanzieren. Seiner Ansicht nach erklärt dies auch das politische Dilemma im Zusammenhang mit Zöllen auf Produkte wie Elektroautos, die die Dekarbonisierung in Europa kostengünstiger machen könnten: „Brüssel muss auf Strafmaßnahmen zurückgreifen, weil wir nicht in der Lage sind, die technologischen, systemischen und auch anreizbezogenen Maßnahmen zu konzipieren, die eigentlich für alle weitaus besser und politisch weitaus tragfähiger wären.“

Die Diskussion fand im Rahmen unserer Jubiläumsveranstaltung zum zehnjährigen Bestehen am 1. Juli 2026 in Berlin statt. Eine Aufzeichnung der gesamten Jubiläumsveranstaltung (ca. 120 Minuten), finden Sie hier.

Zur Diskussionsreihe:

Vor gut zehn Jahren, im Dezember 2015, einigte sich die Staatengemeinschaft auf das Pariser Klimaabkommen. In der Folge wurde Agora Verkehrswende von der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation als Thinktank für klimaneutrale Mobilität ins Leben gerufen. Das Jahr 2026 markiert zudem den Beginn der UN-Dekade für nachhaltigen Verkehr.

Wir möchten unser Jubiläumsjahr dafür nutzen, einen größeren Zeitraum in den Blick zu nehmen. Gemeinsam mit Persönlichkeiten aus der Welt des nachhaltigen Verkehrs werden wir die Entwicklungen des vergangenen Jahrzehnts bewerten und einen Blick auf das kommende Jahrzehnt werfen.

Ausgangspunkt ist unsere erste Veröffentlichung: Mit der Verkehrswende die Mobilität von morgen sichern (2017). In zwölf Thesen haben wir damals einen Überblick über die Herausforderungen bei der Dekarbonisierung des Verkehrssektors gegeben. Daran haben wir uns seitdem orientiert.  

Die Diskussionsreihe soll dazu beitragen, die Strategien und politischen Rahmenbedingungen für die Zukunft neu zu justieren. Im Mittelpunkt stehen jeweils drei Fragen: Was wurde bisher erreicht? Was haben wir anfangs anders eingeschätzt? Was ist jetzt zu tun?

Insgesamt planen wir sechs Folgen für die Diskussionsreihe, unter anderem zu den Themen Mobilitätswende in Städten, Elektromobilität und industrielle Transformation, Kraftstoffe, Land und autonome Mobilität, Infrastrukturen und Finanzierung. Wenn weitere Termine feststehen, werden wir über unseren Newsletter und auf unserer Website im Veranstaltungsbereich darüber informieren. 

Weitere Folgen finden Sie hier:

Veranstaltungsdetails

10 Jahre Verkehrswende: Route neu berechnen? (Folge 3)

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