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Place
Veranstaltungen Berlin
Date
1. Juli 2026, 16:30 – 18:30

Festveranstaltung zum zehnjährigen Jubiläum von Agora Verkehrswende

10 Jahre Verkehrswende: Route neu berechnen?

Aufnahme dieser Veranstaltung

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Über diese Veranstaltung

Am 1. Juli 2026 haben wir unser zehnjähriges Jubiläum mit einer Festveranstaltung in Berlin gefeiert. Zusammen mit unseren Gästen haben wir den Anlass dafür genutzt, um unter der Überschrift “10 Jahre Verkehrswende: Route neu berechnen?” eine Zwischenbilanz zu ziehen und über Strategien für den weiteren Weg zu diskutieren: Was haben wir als Gesellschaft und Volkswirtschaft erreicht? Was haben wir anfangs anders eingeschätzt? Und was ist jetzt zu tun? 

Genau zehn Jahre zuvor, am 1. Juli 2016, hat Agora Verkehrswende seine Arbeit als Thinktank für klimaneutrale Mobilität öffentlich wahrnehmbar mit einer Fachveranstaltung in Berlin aufgenommen. Der Impuls für die Gründung durch die Stiftung Mercator und die European Climate Foundation ging vom Pariser Klimaabkommen aus, das Ende 2015 beschlossen worden war; und von der Erkenntnis, dass für den Klimaschutz im Verkehr besondere Herausforderungen zu bewältigen sind. 


PROGRAMM

Eröffnung und Grußworte

  • Dr. Lars Grotewold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator
  • Laurence Tubiana, Chief Executive Office der European Climate Foundation (ECF)
  • Dietmar Oeliger, Direktor des Verkehrsprogramms der European Climate Foundation (ECF) 

Diskussion: Auf dem Weg zur Route 45

  • Birgit Schwenk, Unterabteilungsleiterin für Grundsatzfragen (Wirtschaft und Soziales, Nachhaltigkeit, Verkehr) im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
  • Winfried Hermann, Verkehrsminister Baden-Württemberg a. D.
  • Dr. Tina Wagner, Amtsleiterin Verkehr in der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende der Freien und Hansestadt Hamburg
  • Moderation: Dr. Wiebke Zimmer, stellvertretende Direktorin von Agora Verkehrswende

Impuls: 10 Jahre Verkehrswende: Route neu berechnen?

  • Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende

Impuls: Zukunft des Automobilstandorts Europa (auf Englisch)

  • Kurt Vandenberghe, Direktor der EU-Generaldirektion für Klimapolitik

Diskussion: Zukunft des Automobilstandorts Europa (auf Englisch) 

  • Dr. Thomas Steg, Generalbevollmächtigter der Volkswagen AG und Leiter Außenbeziehungen
  • Achim Steiner, Vorsitzender des Rats von Agora Verkehrswende, Senior Fellow an der Oxford Martin School, ehemaliger Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen 
  • Kurt Vandenberghe, Direktor der EU-Generaldirektion für Klimapolitik
  • Moderation: Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende

Der Teil zur Zukunft des Autombilstandorts Europa ist gleichzeitig die dritte Folge unserer Diskussionsreihe „10 Jahre Verkehrswende: Route neue berechnen?“.

Von der Auftaktveranstaltung vom 1. Juli 2016 ist ebenfalls eine Aufzeichnung verfügbar.

Aussagen aus der ersten Diskussionsrunde („Auf dem Weg zur Route 45“):

Birgit Schwenk nannte einige Fortschritte auf europäischer und nationaler Ebene: vom European Green Deal und den CO2-Flottengrenzwerten bis zum Klimaschutzgesetz und der Reform des Straßenverkehrsrechts. Verbesserungspotenzial sah sie vor allem darin, „die Perspektive des Verbrauchers, der Bürgerin einzunehmen und uns zu fragen: Sind die klimafreundlichen Lösungen, sind die umweltfreundlichen Lösungen im Moment die einfachsten in der Praxis?“

Winfried Hermann verwies mit Blick auf Baden-Württemberg ebenfalls auf einige Fortschritte, sowohl in den Köpfen als auch bei umweltfreundlichen Verkehrsträgern. Trotzdem seien die CO2-Emissionen nicht relevant nach unten gegangen. Das liege zum einen am Wachstum der Wirtschaft und der Bevölkerung, zum anderen an der Beharrlichkeit von Gewohnheiten: „Obwohl der ÖPNV besser geworden ist, obwohl die Leute mehr Rad fahren, bessere Radwege haben, Fußwege gefördert [wurden], fahren sie trotzdem Auto, und zwar gleich viel, aber halt mehr.“

Dr. Tina Wagner konnte auf kommunaler Ebene vor allem in den fünf Jahren nach 2016 einen Aufbruch erkennen, in der Verwaltung und in der breiten Öffentlichkeit. Danach machten es insbesondere finanzielle Engpässe schwieriger. Konnte zum Beispiel erst das Angebot im Busverkehr erweitert werden, kämen mittlerweile nur noch neue Linien hinzu, wenn andere Angebote reduziert werden. Die Meinungsbildung zum Klimaschutz im Verkehr bleibe eine Herausforderung. In Städten gebe es zudem große Unterschiede zwischen Innen- und Außenbezirken. „Diese starke Differenzierung muss man adressieren.“

Aussagen aus der zweiten Diskussionsrunde („Zukunft des Automobilstandorts Europa”):

Kurt Vandenberghe erklärte, dass es viele Gründe für die Schwierigkeiten der Automobilindustrie in Europa gebe: erstens hohe Energiepreise aufgrund der Abhängigkeit Europas von Öl- und Gasimporten; zweitens einen radikal veränderten Weltmarkt mit starker Konkurrenz aus China; und drittens einen Mangel an Investitionen. „Die Klimapolitik ist dabei nicht das Problem“, sagte er. Im Gegenteil: „Ich lade alle ein, die Dekarbonisierung als Agenda für wirtschaftliche Modernisierung zu betrachten.“ Im Straßenverkehr bedeute dies Elektrifizierung, CO₂-Flottennormen, die Vorhersehbarkeit garantieren, und einen Aktionsplan für die Automobilindustrie, der die Wettbewerbsfähigkeit sicherstellt.

Dr. Thomas Steg unterstrich das Engagement von Volkswagen für die Elektrifizierung. Europa habe einen Punkt erreicht, an dem „der Weg zur Elektromobilität unumkehrbar ist“, sagte er. Es gebe eine enorme Marktakzeptanz und die Kunden seien bereit, Elektroautos zu kaufen, insbesondere im Kleinwagensegment. Er machte jedoch auch deutlich, dass Volkswagen die CO₂-Flottenstandards für 2035 kritisch sehe. Es sei entscheidend, „einen flexiblen und pragmatischen Weg zu finden, um das langfristige Ziel zu erreichen. Und für uns stellt sich nicht die Frage, ob wir es bis 2035 schaffen. Vielleicht brauchen wir noch ein paar Jahre mehr […]. Das hängt von der Entwicklung auf den Märkten ab.“ 

Achim Steiner konzentrierte sich auf die Frage, wie die Kosten der Transformation zur Klimaneutralität verteilt werden. Länder, die schneller vorankommen, wie beispielsweise China, erkennen die Chance und planen entsprechend, argumentierte er. Europa hingegen wälze die Kosten auf die Verbraucher ab, anstatt sie über das öffentliche System zu finanzieren. Seiner Ansicht nach erklärt dies auch das politische Dilemma im Zusammenhang mit Zöllen auf Produkte wie Elektroautos, die die Dekarbonisierung in Europa kostengünstiger machen könnten: „Brüssel muss auf Strafmaßnahmen zurückgreifen, weil wir nicht in der Lage sind, die technologischen, systemischen und auch anreizbezogenen Maßnahmen zu konzipieren, die eigentlich für alle weitaus besser und politisch weitaus tragfähiger wären.“

Veranstaltungsdetails

Festveranstaltung zum zehnjährigen Jubiläum von Agora Verkehrswende

Projektzentrum Berlin der Stiftung Mercator
Neue Promenade 6
10178 Berlin
Germany

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