Parkraummanagement lohnt sich!

Leitfaden für Kommunikation und Verwaltungspraxis

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Leitfaden für Kommunikation und Verwaltungspraxis

Immer mehr Einwohner, immer mehr Pendler, immer mehr Lieferverkehr: In den Straßen vieler Städte wird der Platz knapp, die Konkurrenz um die Nutzung des öffentlichen Raums wird größer. Hinzu kommt, dass Jahr für Jahr immer mehr und immer größere Autos zugelassen werden. Bis heute löst man das Problem meist damit, immer mehr Parkplätze bereitzustellen.

Diese Entwicklung stößt inzwischen an räumliche Grenzen, ein „Weiter so“ ist nicht mehr möglich. Zum einen beanspruchen auch andere Verkehrsteilnehmerinnen und Nutzergruppen den knappen öffentlichen Raum zunehmend für sich. So setzen sich beispielsweise deutschlandweit zahlreiche Initiativen vehement mit „Volksentscheiden“ für mehr und sicherere Radwege ein. Zum anderen wächst der Leidensdruck in den Stadtverwaltungen. Man will die Aufenthaltsqualität steigern, den Anforderungen an die Luftreinhaltung gerecht werden und dafür sorgen, dass der Verkehr sicher und möglichst reibungslos abgewickelt wird.

Diese Aufgaben sind ohne eine Steuerung – gerade auch des ruhenden Verkehrs – kaum zu stemmen. Fakt ist jedoch auch: Das Parkraummanagement, also die Bewirtschaftung und Reduzierung von Parkplätzen im öffentlichen Raum, gehört zu den umstrittensten verkehrspolitischen Maßnahmen. Deshalb scheuen viele Kommunalpolitikerinnen und -politiker die Auseinandersetzung mit dem Thema, selbst wenn sie sich seiner Bedeutung für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik durchaus bewusst sind.

Auch sind Teile der Stadtgesellschaft skeptisch, wenn Kommunen sich anschicken, Parkplätze zu bewirtschaften oder zu reduzieren. Dies ist nicht überraschend, schließlich ist aus der Psychologie bekannt, dass Verluste doppelt so hoch bewertet werden wie Gewinne. In der persönlichen Wahrnehmung wiegt der Verlust eines Parkplatzes schwer. Oft so schwer, dass die Gewinne schnell übersehen werden: neue Radwege, sicherere Fußwege, weniger Parksuchverkehr, weniger Schadstoffe und Lärm und – auch das bewirkt Parkraummanagement – das schnellere Auffinden des benötigten Parkplatzes.
Städte, die erfolgreich Parkraummanagement etabliert haben, berichten jedoch oft von großer Zufriedenheit bei Einzelhandel und Anwohnerinnen und Anwohnern. Solche Erfolge sind nicht zuletzt auf eine angemessene Kommunikation des Themas zurückzuführen, auf die Beteiligung der Bewohnerschaft und auf den Mut der Kommunen, auch Gegenwind auszuhalten.

Mit dieser Broschüre möchte Agora Verkehrswende Kommunen ermutigen, sich des Parkraummanagements zur Förderung eines nachhaltigen Stadtverkehrs anzunehmen. Wir bieten Hilfestellung sowohl beim Entkräften typischer Gegenargumente („Parkgebühren sind Abzocke“) als auch bei der Abstimmung und Vermittlung umzusetzender Maßnahmen. Dabei thematisiert der Leitfaden sowohl verwaltungsinterne Prozesse als auch die Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern. Unsere Empfehlungen beruhen auf empirischen Belegen sowie auf langjährigen Erfahrungen aus der kommunalen Praxis. Wir hoffen, Ihnen mit dieser Publikation wertvolle Hinweise und aufschlussreiche Informationen mit auf den Weg zu geben. Denn bei all den Anstrengungen, die mit diesem Thema einhergehen, sollte das Ziel nie aus dem Blick geraten: Die Lebensqualität zu steigern, aus Straßen und Innenstädten einladende Orte der Begegnung zu machen und damit nicht zuletzt auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

 

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Bibliografische Angaben

  • Autoren

    Uta Bauer, Martina Hertel - difu / Robert Sedlak - tippingpoints

  • Publikationsnummer

    18-2019-DE

  • Versionsnummer

    1.0

  • Veröffentlichungsdatum

    02/2019

  • Seitenzahl

    71

  • Zitiervorschlag

    Agora Verkehrswende (2019): Parkraummanagement lohnt sich! Leitfaden für Kommunikation und Verwaltungspraxis

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