Dezember 2025:
Im Dezember 2025 betrug der Anteil reiner Elektroautos an den Pkw-Neuzulassungen 22,2 Prozent. Damit lag er um 63 Prozent höher als im Dezember des Vorjahres. Eine Steigerung zum Jahresende, wie sie in den letzten Jahren zu beobachten war, blieb 2025 jedoch aus. Ein Grund dafür könnte Kaufzurückhaltung angesichts der angekündigten Anschaffungsförderung für Anfang 2026 sein.
Im Jahresdurchschnitt waren 19,1 Prozent der Neuzulassungen Elektroautos. Damit war fast jeder fünfte Neuwagen ein E-Pkw und die Zulassungszahlen reiner Elektrofahrzeuge über das gesamte Jahr 2025 hinweg deutlich höher als im Jahr 2024. Das zeigt: die europäischen CO2-Flottengrenzwerte, die 2025 gesenkt wurden, wirken.
Trotz der Steigerung erfolgt der Umstieg auf die Elektromobilität nicht ausreichend schnell, damit Deutschland bei den Zukunftsmärkten vorne mitspielen kann und sich der Verkehr wirksam in Richtung Klimaneutralität bewegt. Um mehr Momentum zu erreichen, sollte 2027 mindestens jeder zweite neu verkaufte Pkw ein reines Elektrofahrzeug sein.
Mit einem schlüssigen Gesamtkonzept kann die Bundesregierung eine dynamischere Transformation zur Elektromobilität unterstützen. Agora Verkehrswende empfiehlt unter anderem:
- Bezahlbare Elektrofahrzeuge in den Massenmarkt bringen und zeitnah nach Einkommen differenziert fördern – durch Vergünstigungen bei Kauf, Leasing oder Kreditfinanzierung, auch für Gebrauchtwagen.
- Wettbewerb im Markt für öffentliches Laden stärken, bidirektionales Laden ermöglichen.
- Dienstwagenbesteuerung reformieren (Pauschalsatz für Verbrenner erhöhen von 1 auf 1,5 Prozent des Listenpreises).
- Planungssicherheit schaffen durch eine ambitionierte und verlässliche Fortführung der CO2-Flottengrenzwerte und einen geordneten Übergang der CO2-Bepreisung für Kraftstoffe in den europäischen Emissionshandel.
Unsere Analyse „Stellschrauben für günstigere E-Pkw” enthält einen Gesamtkostenvergleich von Elektro- und Verbrennerfahrzeugen und Empfehlungen, wie sich die Rahmenbedingungen politisch gestalten lassen.
Weitere Infos zu industrie-, sozial- und klimapolitisch ausgewogenen Kaufanreizen für E-Pkw in unserem Diskussionspapier „Bezahlbare Elektroautos in die Breite bringen“.
Anmerkungen zu den älteren Grafiken:
Neben den aktuellen Absatzzahlen des vergangenen Monats finden Sie oben einige weitere Grafiken aus den letzten Jahren.
Januar 2025: Keine Überraschung, aber ein erfreulicher Start ins Jahr: Der Absatz von Elektroautos zog im Januar 2025 deutlich an: 53,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und mehr als in jedem anderen Januar bisher. Der Marktanteil stieg auf 16,6 Prozent (Januar 2024: 10,5 Prozent). Der Trend wird sich fortsetzen, denn die Hersteller müssen dieses Jahr strengere CO2-Flottengrenzwerte einhalten. Viele Hersteller haben deshalb auch neue, günstigere Elektromodelle angekündigt. Die europäischen Flottengrenzwerte wirken.
August 2023 (gewerblich/privat): Gewerbliche Neuzulassungen waren verantwortlich für das Absatzhoch bei Elektroautos im August 2023. Dieser Trend hat sich nicht fortgesetzt, weil es seit Anfang September keine Kaufprämie mehr für gewerbliche BEV gibt.
August 2023: Trügerisches Zwischenhoch bei den aktuellen Absatzzahlen für E-Autos. Im August 2023 wurden im Tagesdurchschnitt 2795 reine E-Pkw in Deutschland neu zugelassen. Der zweitstärkste Monat bisher – aber vermutlich vor allem deshalb, weil die Prämie für gewerbliche Zulassungen auslief.
Januar 2023: Einbruch mit Ansage: Durch die Absenkung der Kaufzuschüsse ging der Anteil von E-Autos (BEV und PHEV) am Pkw-Absatz in Deutschland im Januar 2023 zurück auf 15,1 Prozent (12/2022: 55,4 Prozent, 01/2022: 21,6 Prozent).
Dezember 2021: Der Elektroauto-Boom in Deutschland – von 3 Prozent Marktanteil (2019) über 14 Prozent (2020) auf 26 Prozent (2021) – lässt sich vor allem auf zwei politische Instrumente zurückführen: CO2-Flottengrenzwerte und Kaufzuschüsse.