März 2026:
Angesichts der hohen Spritpreise und der angekündigten rückwirkenden E-Auto-Förderung nimmt der Anteil der vollelektrischen Pkw an den Fahrzeugzulassungen in Deutschland deutlich zu: im März lag er bei 24 Prozent. Die Zahl der vollelektrischen Neuzulassungen stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 66 Prozent.
Diesen Trend sollte die Bundesregierung weiter stärken – denn mit elektrischem Antrieb sind Autofahrer:innen nicht mehr den Preisschwankungen an der Zapfsäule ausgesetzt und Deutschland wird als Volkswirtschaft weniger abhängig von Ölimporten. Strom lässt sich dagegen zunehmend aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne erzeugen.
Kontraproduktiv wäre das von der Bundesregierung angestrebte Abschwächen der europäischen CO2-Zielwerte für Pkw. Das würde den Hochlauf von Elektromobilität verlangsamen und die Unsicherheit für den Automobilstandort Deutschland weiter erhöhen.
Sinnvoll wären stattdessen Maßnahmen wie:
- Wettbewerb im Markt für öffentliches Laden stärken, bidirektionales Laden ermöglichen.
- Abbau bürokratischer Hürden beim Ausbau privater Ladeinfrastruktur und gezielte Förderung von Ladepunkten in Mehrfamilienhäusern.
- Dienstwagenbesteuerung reformieren (Pauschalsatz für Verbrenner erhöhen von 1 auf 1,5 Prozent des Listenpreises).
- Planungssicherheit schaffen durch eine ambitionierte und verlässliche Fortführung der CO2-Flottengrenzwerte und einen geordneten Übergang der CO2-Bepreisung für Kraftstoffe in den europäischen Emissionshandel.
Wie die geplante Kaufförderung noch verbessert werden könnte – und was es darüber hinaus braucht, lesen Sie im Blogbeitrag “E-Auto-Prämie: Ein wichtiger Schritt – weitere sollten folgen”.
Weitere Infos zu industrie-, sozial- und klimapolitisch ausgewogenen Kaufanreizen für E-Pkw finden Sie in unserem Diskussionspapier „Bezahlbare Elektroautos in die Breite bringen“.
Unsere Analyse „Stellschrauben für günstigere E-Pkw” enthält einen Gesamtkostenvergleich von Elektro- und Verbrennerfahrzeugen und Empfehlungen, wie sich die Rahmenbedingungen politisch gestalten lassen.
Vorschläge für mehr Wettbewerb im Markt für öffentliches Laden bietet der Blogbeitrag „Wie öffentliches Laden günstiger werden kann“.
Kommentar von Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende, zu der im Autopaket der EU-Kommission vorgeschlagene Revision der CO2-Flottengrenzwerte: EU-Autopaket: Lost in Transformation
Anmerkungen zu den älteren Grafiken:
Neben den aktuellen Absatzzahlen des vergangenen Monats finden Sie oben einige weitere Grafiken aus den letzten Jahren.
Januar 2025: Keine Überraschung, aber ein erfreulicher Start ins Jahr: Der Absatz von Elektroautos zog im Januar 2025 deutlich an: 53,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und mehr als in jedem anderen Januar bisher. Der Marktanteil stieg auf 16,6 Prozent (Januar 2024: 10,5 Prozent). Der Trend wird sich fortsetzen, denn die Hersteller müssen dieses Jahr strengere CO2-Flottengrenzwerte einhalten. Viele Hersteller haben deshalb auch neue, günstigere Elektromodelle angekündigt. Die europäischen Flottengrenzwerte wirken.
August 2023 (gewerblich/privat): Gewerbliche Neuzulassungen waren verantwortlich für das Absatzhoch bei Elektroautos im August 2023. Dieser Trend hat sich nicht fortgesetzt, weil es seit Anfang September keine Kaufprämie mehr für gewerbliche BEV gibt.
August 2023: Trügerisches Zwischenhoch bei den aktuellen Absatzzahlen für E-Autos. Im August 2023 wurden im Tagesdurchschnitt 2795 reine E-Pkw in Deutschland neu zugelassen. Der zweitstärkste Monat bisher – aber vermutlich vor allem deshalb, weil die Prämie für gewerbliche Zulassungen auslief.
Januar 2023: Einbruch mit Ansage: Durch die Absenkung der Kaufzuschüsse ging der Anteil von E-Autos (BEV und PHEV) am Pkw-Absatz in Deutschland im Januar 2023 zurück auf 15,1 Prozent (12/2022: 55,4 Prozent, 01/2022: 21,6 Prozent).
Dezember 2021: Der Elektroauto-Boom in Deutschland – von 3 Prozent Marktanteil (2019) über 14 Prozent (2020) auf 26 Prozent (2021) – lässt sich vor allem auf zwei politische Instrumente zurückführen: CO2-Flottengrenzwerte und Kaufzuschüsse.