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Format
Meldung
Date
3. November 2026

Verkehrswende-Radar zeigt steigende Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs

Im zweiten Quartal 2026 waren mehr Fahrgäste mit Bus und Bahn unterwegs und legten durchschnittlich längere Wege darin zurück. Das und viele andere Kennzahlen rund um den Verkehr in Deutschland zeigt die aktuelle Ausgabe unserer Datenanalyse.  

Die Zahl der Fahrgäste stieg im zweiten Quartal auf 3,14 Milliarden, der höchste Wert seit 2019. Noch nie zuvor wurden so viele Personenkilometer in öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Im schienengebundenen Nahverkehr (Regionalzug und S-Bahn) ist die Verkehrsleistung besonders stark gewachsen, zeigt der Verkehrswende-Radar, eine Datenanalyse von Agora Verkehrswende

Die wachsende Nachfrage im Nahverkehr steht im Widerspruch zum Handeln der Politik. Der Europäische Gerichtshof hat die bisher für den Nahverkehr geltende Trassenpreisbremse im März für rechtswidrig befunden. Da kein neuer Ausgleichsmechanismus aufgelegt wurde, drohen die Kosten der Länder für die Bereitstellung des Angebots deutlich zu steigen. Schon ab Dezember 2026 haben erste Bundesländer angekündigt, Zugverbindungen zu streichen.

„Die Menschen legen immer mehr und längere Fahrten im öffentlichen Verkehr zurück, vor allem in Regionalzügen und S-Bahnen“, sagt Wiebke Zimmer, stellvertretende Direktorin von Agora Verkehrswende. „Ein Grund dafür dürften auch die hohen Kraftstoffkosten sein. Gerade jetzt sollte das Angebot mitwachsen, statt zu schrumpfen. Ein Ausgleich der gestiegenen Trassenentgelte durch den Bund könnte die Verbindungen kurzfristig sichern. Eine grundlegende Reform des Trassenpreissystems wäre das richtige sozial- und klimapolitische Signal von der Bundesregierung. Das schafft dauerhafte Planungssicherheit für Länder und Fahrgäste.“

Das Pkw-Aufkommen auf Autobahnen ist mit 96 Prozent weiterhin unterhalb der Verkehrsmenge vor Beginn der Corona-Pandemie. Auch auf Bundesstraßen bleibt das Verkehrsaufkommen mit 95 Prozent unter dem Vor-Corona-Wert.

Der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge in Deutschland steigt weiter – insbesondere bei Pkw, aber auch bei Lkw und Bussen. Im zweiten Quartal 2026 fuhren 2,37 Millionen rein batterieelektrische Pkw auf Deutschlands Straßen.

Zimmer: „Die hohen Kraftstoffpreise machen die Nutzung von E-Autos im Vergleich zu Verbrennern deutlich attraktiver. Gleichzeitig sind die Anschaffungskosten mit der E-Auto-Prämie gesunken und es sind mehr Modelle auch in günstigen Fahrzeugsegmenten erhältlich als noch letztes Jahr. Die politische Flankierung für einen schnelleren Umstieg zur E-Mobilität bleibt dennoch wichtig. Allem voran sollte an ambitionierten CO2-Standards auf europäischer Ebene festgehalten werden.“ 

Zum Verkehrswende-Radar: https://www.agora-verkehrswende.de/veroeffentlichungen/verkehrswende-radar

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