Plug-in-Hybride: Fairer Technologiewettbewerb braucht echte Verbrauchswerte
Plug-in-Hybride stoßen real deutlich mehr CO2 aus, als nach Typengenehmigung angerechnet wird. Unser Politikpapier erklärt, warum das nicht nur mit Blick auf Verbaucher:innen und Klima ein Problem ist, sondern auch den Markt verzerrt und das Investitionsrisiko für Unternehmen erhöht.
Das Papier „Plug-in-Hybride: Fairer Technologiewettbewerb braucht echte Verbrauchswerte“ erklärt, warum die bereits beschlossenen Anpassungen beim sogenannten Utility Factor notwendig sind, damit die Verbrauchslücke für die in den kommenden Jahren neu zugelassenen Plug-in-Hybride spürbar schrumpft. Derzeit wird dies politisch wieder infrage gestellt.
Unumstritten ist, dass bei Plug-in-Hybriden eine eklatante Lücke klafft: zwischen den offiziellen bei der Typgenehmigung ermittelten Verbrauchs- und Emissionswerten (WLTP-Werte) und dem in der realen Nutzung gemessenen Kraftstoffverbrauch und CO₂-Ausstoß (OBFCM-Werte). Die Realwerte übertreffen die WLTP-Werte nach jüngsten Analysen um 300 bis 500 Prozent, Tendenz steigend.
Offensichtlich ist auch, dass das sowohl für den Klima- als auch für den Verbraucherschutz ein Problem ist. Werden die Emissionen von Plug-in-Hybriden in der CO2-Regulierung systematisch unterschätzt, wird ihr tatsächlicher Beitrag zur Emissionsminderung überschätzt; wird der Verbrauch in den Produktangaben systematisch zu niedrig angegeben, bedeutet das für Verbraucher:innen höhere Energiekosten in Praxis.
Dennoch wird derzeit darum gerungen, wie schnell und wie konsequent die Lücke zwischen Regulierung und Realität geschlossen werden soll. Teile der Wirtschaft und Politik fordern, von der EU bereits beschlossene und bis Ende nächsten Jahres umzusetzende Anpassungen auszusetzen. Das Argument: Plug-in-Hybride seien eine wichtige Übergangstechnologie für die Elektromobilität. Zudem würden sie in Deutschland einen wichtigen wirtschafts- und beschäftigungspolitischen Beitrag bei der Transformation des Automobilstandorts leisten.
Doch auch aus industriepolitischer Sicht wäre eine Verzögerung beim Schließen der Regulierungslücke ein Problem. Unrealistisch niedrige Testemissionen bedeuten eine Verzerrung im europäischen Pkw-Markt, die wiederum zu langfristig ineffizienten Investitionsentscheidungen führen kann. Mittel fließen in Produktionsstrukturen, deren Wirtschaftlichkeit auf einer systematischen Fehlbewertung fußt. Die Fehlbewertung ermöglicht es den Herstellern, ihre CO2-Flottenziele mit einem geringeren Absatzanteil rein batterieelektrischer Fahrzeuge zu erreichen. Die Wettbewerbsfähigkeit in der Elektromobilität – der Technologie, die weltweit immer mehr den Markt bestimmt – würde weiter geschwächt werden.
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