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Energiekosten für Elektrofahrzeuge in Lateinamerika und der Karibik um zwei Drittel niedriger als für Verbrenner
Analyse von Agora Verkehrswende zeigt: Erneuerbare Energien und Effizienz sind entscheidend für Kostenvorteil / Kraftstoffimporte kosten Länder im Durchschnitt drei Prozent ihres BIP / Thinktank empfiehlt Ausbau der Elektromobilität und des öffentlichen Verkehrs
14. April 2026. In Lateinamerika und der Karibik betragen die durchschnittlichen Energiekosten pro Kilometer für ein Elektrofahrzeug nur ein Drittel der Kosten eines vergleichbaren benzinbetriebenen Pkw. In einigen Ländern ist dieser Kostenvorteil sogar noch deutlich höher. So liegt er beispielsweise in Argentinien bei 7:1, in Mexiko bei 5:1 und in Trinidad und Tobago bei 11:1. Diese Ergebnisse gehen aus einer Analyse des Thinktanks Agora Verkehrswende hervor. Die Analyse basiert auf Daten, die noch vor Ausbruch des Kriegs im Nahen Osten erhoben wurden. Der aktuelle Kostenvorteil von Elektrofahrzeugen fällt wegen der weltweit gestiegenen Ölpreise wahrscheinlich noch deutlich höher aus.
Ein Grund für die festgestellten Unterschiede bei den Energiekosten ist der in den meisten Ländern verfügbare günstige Strom aus erneuerbaren Energien. In der Region stammen 62 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien, etwa doppelt so viel wie im weltweiten Durchschnitt. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die höhere Effizienz elektrischer Antriebe, da Elektrofahrzeuge bei der Umwandlung von Energie in Bewegung fast viermal so effizient sind wie herkömmliche Fahrzeuge.
Die Analyse zeigt, dass die Länder Lateinamerikas und der Karibik stark von Importen fossiler Brennstoffe abhängig sind. Im Durchschnitt geben die Länder drei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Benzin- und Dieselimporte für den Straßenverkehr aus. Zudem werden die öffentlichen Haushalte zahlreicher lateinamerikanischer und karibischer Staaten durch Kraftstoffsubventionen belastet, die die Verbraucherinnen und Verbraucher vor hohen Ölpreisen schützen sollen. Solche Subventionen machen in Bolivien und Ecuador drei Prozent des BIP und in Venezuela bis zu sechs Prozent des BIP aus.
„Für Staaten hat es viele Vorteile, wenn sie ihre Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen reduzieren“, sagt Linda Cáceres Leal, Projektleiterin für internationale Zusammenarbeit und Lateinamerika bei Agora Verkehrswende. „Zum Beispiel können sie sich besser vor den wirtschaftlichen Risiken schützen, die mit schwankenden internationalen Ölpreisen verbunden sind.“
Als Maßnahmen empfiehlt Agora Verkehrswende, den Umstieg auf Elektromobilität zu beschleunigen und gleichzeitig den öffentlichen Nahverkehr und die geteilte Mobilität zu fördern. Die Politik sollte den Zugang zu nachhaltiger, sicherer und erschwinglicher Mobilität ermöglichen, insbesondere für Haushalte mit niedrigem oder mittlerem Einkommen.
Über die Veröffentlichung
Die Analyse „Fuel Cost Maps for Latin America and the Caribbean“ ist auf Englisch und auf Spanisch erschienen. Sie enthält Infografiken zu den Energiekosteneinsparungen, die der Umstieg auf Elektromobilität für die Staatshaushalte und Verbraucher mit sich bringt. Die englischsprachige Version steht hier zur Verfügung, die spanische Verison hier.
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