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Format
Pressemitteilung
Date
28. Oktober 2026

Recyclingindustrie für Fahrzeugbatterien verspricht wirtschaftliche Chancen für Thailand

Analyse von Agora Verkehrswende empfiehlt Fahrplan für geschlossene Wertschöpfungskette bis 2040 / Frühzeitiges Handeln verringert Abhängigkeit von volatilen Rohstoffmärkten 

28. Oktober 2026. Thailands Wirtschaft kann vom Recycling von Fahrzeugbatterien im industriellen Maßstab profitieren, wenn zügig Schritte zum Aufbau dieser Industrie unternommen werden. Das zeigt ein Diskussionspapier des Thinktanks Agora Verkehrswende, das auf Basis von Gesprächen mit thailändischen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erstellt wurde. Das Papier, dass in Zusammenarbeit mit dem Öko-Institut erstellt wurde, enthält einen Fahrplan mit zehn Meilensteinen bis 2040: von einem System der erweiterten Herstellerverantwortung, das in einem regulatorischen Rahmen verankert ist, bis hin zum schrittweisen Ausbau der industriellen Recyclingkapazitäten. 

Thailands Übergang zur Elektromobilität hat aufgrund ehrgeiziger nationaler Ziele deutlich Fahrt gewonnen. Prognosen gehen in Folge der Elektrifizierung von insgesamt rund 200.000 Tonnen ausgedienten Batterien bis 2033 aus. Bis 2043 werde die Menge weiter auf 2,5 Millionen Tonnen ansteigen. Derzeit fehlen in Thailand noch geeignete Recyclinganlagen für Batterien. 

Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende, sieht im Aufbau der Batterie-Recyclingindustrie eine große Chance für Thailands Wirtschaft: „Thailand hat sich zu einem der weltweit am stärksten wachsenden Märkte für Elektrofahrzeuge entwickelt. Die Fahrzeuge müssen fachgerecht zurückgenommen und zerlegt werden. Das bietet die Chance, eine weitere Hightech-Industrie im Land zu etablieren. “ 

Eine Recyclingindustrie werde zudem qualifizierte Arbeitsplätze schaffen, sagt Hochfeld. Darüber hinaus könnten die Risiken des bislang im informellen Sektor getätigten Recyclings, wie zum Beispiel Brandgefahren durch einen unsachgemäßen Umgang, verringert und so Menschen und Umwelt besser geschützt werden.

Erweiterte Herstellerverantwortung macht Recycling profitabel

Die wirtschaftliche Machbarkeit ist eine der zentralen Herausforderungen für Investitionen in das Batterierecycling. Der Wert der zurückgewonnenen Materialien pro Batterie ist insbesondere bei Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien gering. Der Markt allein wird diese Lücke nicht schließen können. 

Die Schaffung eines Rechtsrahmens für Batterien bis 2030 mit einem System der erweiterten Herstellerverantwortung würde Herstellern und Importeuren klare Verantwortlichkeiten zuweisen, eine professionelle Sammlung und Behandlung finanzieren und den Recyclingunternehmen einen Nettoertrag garantieren. So könne das Batterierecycling in Thailand zu einem tragfähigen Investitionsvorhaben werden.

Pilotanlagen und berufliche Ausbildung

Laut Fahrplan sollten erste Pilotanlagen zur Gewinnung von Batteriereststoffen, der sogenannten Schwarzmasse, bis 2030 in Betrieb gehen. Für die Verarbeitung der Schwarzmasse im industriellen Maßstab werden nach Einschätzung der Studie etwa ab 2035 ausreichend Mengen zur Verfügung stehen. 

Der Aufbau einer qualifizierten Belegschaft – von der sicheren Sammlung und Diagnostik bis hin zur hydrometallurgischen Aufbereitung und der Durchsetzung von Vorschriften – dauere länger als der Bau der Anlagen selbst. Ausbildungsprogramme, Hochschulpartnerschaften und angewandte Forschung, die gemeinsam von Industrie, Hochschulen und Regierung entwickelt werden, sollten deshalb schon vor dem Ausbau der Produktion beginnen.

Yannick Thoma, Projektleiter Asien bei Agora Verkehrswende hebt die Dringlichkeit der notwendigen Schritte hervor: „Der Aufbau von Systemen zur Entsorgung und Rückgewinnung von Batterien und der darin enthaltenen kritischen Werkstoffe erfordert jahrelange gezielte Anstrengungen. Gleichzeitig wird die Menge an alten Batterien in den kommenden Jahren sprunghaft ansteigen. Es ist jetzt an der Zeit zu handeln, solange die Zahl der Batterien noch überschaubar ist.“

Über die Publikation

Das Diskussionspapier ist auf Englisch unter dem Titel “Closing the loop on Thailand's electric vehicle batteries – A roadmap towards an electric vehicle battery recycling value chain through 2040” erschienen. Es basiert auf einem Austausch mit thailändischen Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Industrie im Bereich des Batterie-Recyclings. Erstellt wurde es von Agora Verkehrswende in Zusammenarbeit mit dem Öko-Institut im Rahmen des Projekts Thai-German Cooperation on Energy, Mobility and Climate (TGC EMC). Das Papier kann hier heruntergeladen werden.

Über TGC EMC

Die Thai-German Cooperation on Energy, Mobility and Climate (TGC EMC) ist ein gemeinsames Programm von acht Organisationen und wird von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Durchführende Organisationen sind die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, die King Mongkut’s University of Technology Thonburi (KMUTT), die SGTech – Naresuan University, die Electric Vehicle Association of Thailand (EVAT), Thai Renewable Energy Association – RE100, das Fraunhofer Exzellenzcluster Integrierte Energiesysteme (CINES), Agora Energiewende und Agora Verkehrswende.

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