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Pressemitteilung
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Nachhaltiger Verkehr als Schlüssel für Afrikas Wohlstand
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Politikpapier
Turning Points:
Enabling Sustainable Transport in Africa
Dieser Inhalt ist auch verfügbar auf: Englisch
Nachhaltiger Verkehr als Schlüssel für Afrikas Wohlstand
Expertinnen und Experten von 50 Organisationen aus Afrika gestalten Strategie für zukunftsfähiges Verkehrssystem / Unabhängigkeit von fossilen Energien im Verkehr als Entwicklungschance nutzen / Zusammenarbeit zwischen Afrika und Europa stärken
Berlin, 2. September 2026. Berlin, 2. September 2026. Die Entwicklung nachhaltiger Verkehrssysteme in Afrika sichert nicht nur die Mobilität der Zukunft, sondern ebnet auch den Weg für Wachstum, soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz auf dem Kontinent. Das betonen in einem Strategiepapier Expertinnen und Experten von 50 afrikanischen Organisationen – unter anderem der Afrikanischen Union, nationaler Ministerien, Stadtregierungen, der Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB). Das Strategiepapier, dessen Erarbeitung die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und die Denkfabrik Agora Verkehrswende im Rahmen des Projekts „Rethinking Transport“ koordiniert haben, umfasst zwölf zentrale politische Richtungsentscheidungen für ein zukunftsfähiges Verkehrssystem.
Der Kreis der Beteiligten empfiehlt den afrikanischen Regierungen, den nachhaltigen Verkehr als ressortübergreifende Aufgabe zu priorisieren und Finanzmittel für diesen langfristig mit zweckgebundenen Haushalten zu sichern. Zudem seien Aktionspläne für den in Afrika meist privat organisierten öffentlichen Verkehr notwendig. Zu den empfohlenen Maßnahmen und Initiativen gehören der Aufbau von Sonderwirtschaftszonen und Investitions- und Innovationszentren, die regionale Bündelung von Finanzmitteln für eine nachhaltige Verkehrsinfrastruktur sowie Korridore für einen klimaneutralen Güterverkehr auf Basis von erneuerbarem Strom. Die inländische Finanzierung für Elektromobilität könnten die Regierungen über gesonderte Kreditsysteme ausweiten.
Lerato Dorothy Mataboge, Kommissarin für Infrastruktur und Energie der Afrikanischen Union, hebt in ihrem Vorwort für die Publikation den Mehrwert der Handlungsempfehlungen für die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas hervor: „Die vorgeschlagenen Maßnahmen haben das Potenzial, einen umfassenden Veränderungsprozess anzustoßen – für eine nachhaltige Zukunft mit vielfältigen Vorteilen für unseren Kontinent.“ Unter anderem sieht Kommissarin Mataboge die Möglichkeit, den regionalen Handel zu stärken, saubere Industrien aufzubauen und die Energieversorgung zu sichern. Für die Gesellschaft sei dies eine Chance für mehr Teilhabe, bessere Gesundheit und zukunftsfähige Arbeitsplätze.
Ausbau der Elektromobilität auf kontinentaler Ebene vorantreiben
Laut dem Strategiepapier könne ein hochrangiger Beirat den Markthochlauf der Elektromobilität durch gemeinsame Standards, Investitionen und den Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten in der Automobilindustrie erleichtern und beschleunigen. Ein ebenfalls afrikaweiter Masterplan für erneuerbare Energien im Bereich der Elektromobilität habe das Potenzial, die Kosten der Energiewende zu senken: über die Sektorenkopplung, den Ausbau der Kapazitäten, der Stromnetze sowie einer intelligenten Ladeinfrastruktur. Mit dem Ende April von der Afrikanischen Union beschlossenen kontinentalen Rahmenwerk für Elektromobilität sei bereits ein zentraler Wendepunkt erreicht worden, um den Hochlauf elektrisch betriebener Fahrzeuge zu beschleunigen.
Zusammenarbeit für eine gemeinsame, prosperierende Zukunft
Aus Sicht von Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende, sollte Europa den Kurs auf nachhaltigen Verkehr in Afrika partnerschaftlich unterstützen: „Deutschland und die EU haben die Chance, Investitionspartnerschaften mit afrikanischen Ländern zu fördern und damit die nachhaltige Mobilität zum beiderseitigen Nutzen zu ermöglichen. Die Elektrifizierung des Straßenverkehrs und eine schnell wachsende Nachfrage nach Elektromobilität in Afrika wird neue Märkte schaffen, die auch der Industrie in Deutschland und Europa die notwendige Transformation erleichtern. Der kooperative Umstieg auf Elektromobilität ist ein Gewinn für Wirtschaft und Gesellschaft und für die natürlichen Lebensgrundlagen – in Afrika, Europa und weltweit. Die Zusammenarbeit beim Schutz globaler, öffentlicher Güter wie dem Klima trägt auch zur internationalen Sicherheit bei.“
Momentum in Afrika für Hochlauf der Elektromobilität nutzen
„In Afrika gibt es einen starken Trend hin zu mehr Elektrobussen, elektrischen Motorrädern und E-Autos“, so Daniel Bongardt, Teamleiter Infrastruktur und Mobilität der GIZ. „Viele Länder haben bereits Maßnahmen für Elektromobilität beschlossen und auch die Afrikanische Union bekennt sich zu diesem Kurs. Dieses Momentum kann nun für weitere entscheidende Schritte genutzt werden. Es freut uns, dass die Zusammenarbeit für einen zukunftsfähigen Verkehr sowohl auf dem afrikanischen Kontinent als auch zwischen Afrika und Deutschland immer intensiver wird.“
Zur Publikation
Für das Strategiepapier untersuchten die GIZ und Agora Verkehrswende zunächst gemeinsam mit Verkehrsexpertinnen und -experten vom afrikanischen Kontinent den Stand, aktuelle politische Debatten und sich abzeichnende Praktiken zur Transformation des Verkehrs in verschiedenen afrikanischen Ländern. Auf Basis dieser Einschätzungen wurden mit Vertreterinnen und Vertretern 50 afrikanischer Organisationen aus 17 Ländern für das Strategiepapier zwölf zentrale Handlungsempfehlungen identifiziert.
Die Publikation „Turning Points: Enabling Sustainable Transport in Africa – Strategic leadership, investments, and innovation levers for Africa’s transport transformation“ steht auf Englisch und Französisch hier zum Download bereit.
Die Publikation wird im Rahmen einer Online-Veranstaltung am Freitag, den 4. September 2026, von 10:00 bis 11:30 Uhr (UCT+2/Berlin/Kigali/Johannesburg) vorgestellt und diskutiert. Klicken Sie hier, um sich anzumelden.
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